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Donnerstag, 8. Januar 2009

Melbourne und das Beerenpfluecken

Palim Palim!

Zu allererst, wünsche ich euch natürlich alles alles Gute für das neue Jahr! Und hoffe ihr seid alle gut und halbwegs nüchtern hinein gerutscht!

Ich kann mich nur immer wieder dafür entschuldigen dass ich mich so selten melde und die Seite aktualisiere, besonders an meinen Freund Schneng, der den Blog angelegt hat und jetzt mit ansehen muss dass er nicht ordentlich gepflegt wird. Sorry.

So, aber jetzt wollt ihr ja hoffentlich wissen was ich alles so neues und spannendes erlebt hab?!

Das letzte mal als ich geschrieben habe, saß ich am Rande der australischen Alpen ca. 400 km nördlich von meinem heutigen Standpunkt. Von da aus ging es dann zum Murray River. Meines Wissens nach ist das der längste Fluss Australiens und einer der längsten Weltweit. Wir haben auch tatsächlich einen wunderschönen Platz für unser Zelt und unser Auto gefunden. Gleich am Fluss inmitten von Bäumen, ein Traum. An diesem Abend hatte ich auch meinen ersten Kontakt mit australischem Wasser was nicht aus der Leitung kam. Aber der Fluss war angenehm warm und sauber. Abends gab es ein schönes Feuerchen und ein Steak. Leider ging uns an diesem Abend das Gas aus und so waren wir gezwungen weiter zu fahren.

Die Fahrt führte uns am Lake Hume (riesiger Stausee für die ganze Region) vorbei Richtung Tallangatta. Das ist ein Ort der auf Grund des Stausees umgesiedelt werden musste. Die Australier sind da wahnsinnig stolz drauf, weiß nur nicht richtig warum. Die Nacht wurde dann am Mitta Mitta River verbracht. Nicht ganz so schön wie die Nacht davor aber immerhin haben wir ein paar halbwüchsige Australier kennen gelernt, die uns dann auch mit erotischer Reiselektüre ausgestattet haben. Davon gestärkt konnten wir den nächsten Tag nach Albury weiterreisen.

Ehrlich gesagt ist das die schönste Kleinstadt Australiens die ich bis jetzt gesehen hab. Sie hat ca. 30.000 Einwohner, kann das aber ganz gut verbergen. Außerdem hat sie en paar ganz nette Pubs die ich nun ganz gut kenne. In Albury haben wir uns dann auch langsam auf Arbeitssuche begeben. Zuerst sind wir zum Information Centre gefahren und haben dort nachgefragt Wir wurden daraufhin auf eine nahe gelegene (40 km entfernte) Farm verwiesen. Dort war leider nichts zu tun und weiter ging es zur nächsten Farm. Naja, so ging das dann den ganzen Tag und am Ende hatten wir nichts, außer einen halb leeren Tank. Da also in dieser Gegend die Saison vorbei zu sein schien, beschlossen wir Richtung Melbourne aufzubrechen. Wir wollten noch einmal unser Glück in Shepparton versuchen. Die Gegend um Shepparton ist bekannt für ihre Früchte und so war unsere Hoffnung nicht gerade gering. Leider war uns das Glück auch dort nicht hold. So ging es dann noch gute fünf Stunden weiter in die Hauptstadt Victorias. Dort war es gar nicht so einfach einen relativ zentral gelegenen Campingplatz zu finden. Dazu fing es noch sehr stark zu regnen an und wir waren heil froh als wir endlich unser Zelt aufgebaut hatten.

Den nächsten Tag ging es dann mit der Bahn in die Innenstadt Melbournes! Also, ich dachte ja schon Sydney ist DIE Stadt in Australien, aber ich muss meine Meinung revidieren, für mich ist es Melbourne. Im Rückblick ist Sydney relativ amerikanisiert. Melbourne hat irgendwie mehr. Enge Gassen, Hochhäuser, einen Fluss mit den Docks, Strand….
Ein Grund für mich nach Melbourne zu kommen war der Besuch eines Zahnarztes, da ich ein paar Wochen vorher meine Füllung verloren hatte. Also war die erste Aufgabe einen geeigneten Zahnarzt aufzusuchen. Der erste Zahnarzt hatte zum Glück keinen Termin für mich frei, es sah dort aber auch eher wie im Hinterhof einer Fleischerei aus. Meine Idee war daraufhin im Information Centre in Melbourne nachzufragen. Nach der Schilderung meines Problems haben mir die zwei kompetenten älteren Damen gleich einen Termin bei Ihrem Zahnarzt besorgt. Und nach Ihren strahlenden weißen Dritten zu urteilen konnte er nicht ganz schlecht sein!
Am Nachmittag haben wir uns dann noch ein bisschen die Stadt angeschaut. Am besten geht das in Melbourne mit dem kostenlosen Shuttle Bus der so ziemlich die ganze Stadt abklappert. Ich hab zwar nicht alles verstanden was uns der Fahrer so erzählt hat, aber es war schön in einem klimatisierten Bus zu sitzen und einfach nur aus dem Fenster zu schauen.


Am nächsten Tag hatte ich vormittags habe elf meinen Zahnarzttermin bei Dr. Allan Wong! Ein echt feiner Typ! War eine Stunde dort und hab davon ca. 40. min mit ihm rumgequatscht!War richtig nett! So könnte das beim Zahnarzt immer sein!

Da der Zahnarzt nicht im ärmsten Viertel von Melbourne lag und ich damit gleich am Strand von St. Kilda war beschloss ich meinen Tag auch an diesem zu verbringen. Es ist wahrscheinlich ein bisschen wie in Miami, jedenfalls laufen dort die ganzen Schönen und Reichen rum, und ich ;) Am Abend ging es dann noch auf den Eureka Tower, das höchste Hochhaus der südlichen Halbkugel. Von da aus haben wir dann den Sonnenuntergang und die Stadt in voller Beleuchtung bestaunen können! War richtig geil, auch wieder besser als in Sydney.

Der nächste Tag war mal wieder von Regen gepraegt und Paul beschloss daraufhin auf dem Campingplatz zu bleiben. Also ging es für mich allein los. Mein Ziel war der Victoria Market. Das ist ein überdachter Wochenmarkt der von Fisch, Fleisch über Obst bis zu Radkappen alles zu bieten hat. Und ich konnte endlich mal wieder ein bisschen handeln! Da es Mittags immer noch in Strömen regnete beschloss ich mir in der Innenstadt ein schönes kleines Straßencafé zu suchen und ein bisschen zu lesen ein was Warmes zu trinken. Gesucht, gefunden. Am Anfang hab ich wie geplant ein wenig gelesen und später kam ein älteres Ehepaar mit denen ich mich ganz nett unterhalten hab. Nach einer Weile kam die Kellnerin zu mir und fragte mich ob ich mich nicht mit nach draußen setzen wolle. Ich fragte warum, und sie sagte dort sitzt auch eine Deutsche ganz allein an ihrem Tisch! Ich dachte, so schlimm kann es ja nicht werden und ich hatte Recht. Es wurde sogar richtig schön!! Hab mich seit langem mal wieder richtig gut und angenehm unterhalten können. Jedenfalls haben wir bis Abends in dem Café gesessen und unzählige Cappuccinos getrunken.

Wir sind anschließend noch zwei, drei Tage in Melbourne geblieben und haben dann beschlossen mal wieder Arbeit im nahe gelegenen Yarra Valley zu suchen. Dort gibt es ne ganze Menge Vinerys und auch ne Menge Farmen. Außerdem stand Weinachten vor der Tür und da wollten wir unter Menschen sein.

Nach zwei relativ erfolglosen Such-Tagen sind wir am dritten fündig geworden – auf einer Brombeerfarm. Unser Lohn waren 32 Cent pro 150 Grammboxes. Dafür konnten wir Kostenlos campen und hatten sanitäre Einrichtungen und ne Küche, also nicht schlecht. Ab da hieß das Tagesziel mind. 300 Boxen pro Tag um wenigstens auf 100 Dollar zu kommen. Man muss dazu sagen daß wir 10 h am Tag und 7 Tage die Woche arbeiten „durften“. Aber eigentlich war es gar nicht soo schlimm. Immerhin gab es mal wieder Frischgeld und man hat ne Menge netter Leute kennen gelernt. Weihnachten haben wir auch im familiären Kreis der französischen, estischen, japanischen, koreanischen und deutschen Picker verbracht.

Die Franzosen haben ein Drei-Gang-Menü gezaubert das wirklich richtig gut war. Am ersten Weihnachtsfeiertag haben Hannes, Hiro, Paul und ich dann Bratwurst mit Sauerkraut und Kartoffelbrei gemacht, war auch richtig gut!

Sylvester haben wir dann in Melbourne verbracht. Ich habe mit Hiro und seiner Freundin und Hannes zuerst in der Innenstadt von Sydney gefeiert. Wir waren auf dem Federation Square mit tausenden anderen Menschen! War mal was anderes aber ca. um eins war der Platz schon leer und die Liveband hörte auf zu spielen. Naja, danach ging es dann in nen Club wo wir dann sogar noch ein Bier bekommen haben, denn auch der Club macht um 2.00 Uhr schon zu!! Hiro und seine Freundin sind dann nach Hause und Hannes und ich beschlossen mit der Straßenbahn nach St. Kilda Beach zu fahren und dort den Rest der Farm zu treffen. Um drei dort angekommen war die Hälfte schon weg und die Andere betrunken (bis auf Paul). Naja, Hannes und Ich sind dann mit der Bahn wieder zu unserer Farm gefahren und haben dort noch ein paar Bier getrunken, auf Sylvester in Deutschland angestoßen und dann um elf ins Bett gegangen.


Bis heute haben wir noch gearbeitet, obwohl der Großteil der Picker schon gefahren ist. Die Saison geht einfach zu Ende und es hängen nicht mehr so viele Beeren am Strauch das es sich lohnt zu picken.
Morgen werde ich mit Hannes nach Phillip Island fahren und dann noch ein paar Tage in Melbourne verbringen. Und anschließend noch einmal einen Monat hier in der Nähe arbeiten.
Paul und ich haben beschlossen uns zu trennen, wir sind einfach zu unterschiedlich und es macht mehr Sinn getrennte Wege zu gehen. Das Auto ist jetzt in meinen Besitz übergegangen, denn so was Schönes und Großes gebe ich so schnell nicht wieder her!

Also, dann in nächster Zeit wird erstmal nicht viel spannendes von mir kommen, da ich ja vor habe zu arbeiten!

Bis dahin verbleibe ich mit vielen freundlichen Grüßen!

Euer Steffen

6 Kommentare:

Daniel hat gesagt…

sehr geiler bericht, beppo. ich hoffe es gibt mehr davon. ich werde dich die tage mal anrufen. gestern abend (bei dir heut morgen) ging leider keiner ran, du warst nich available. bis denne, der schneng

Anonym hat gesagt…

Schön mal wieder nen ausführlichen Bericht von dir zu lesen!! Wie ging's eigentlich weiter mit dem deutschen Mädel... ? ;-)

Viele liebe Grüße von Krischi

Unknown hat gesagt…

freut mich wieder von dir zu hören! frohes neues und auf eine geile solotour in australia.
wie schauts aus mit dem mädchen...da gab´s doch nicht nur cappucino ;)

lass dir die sonne aus dem arsch scheinen. beste grüße aus dem elendkalten und verschneitem erzgebirge, dein treuergebener hotte

Daniel hat gesagt…

richtig, was machen de weiber und das bier?

Unknown hat gesagt…

Du bist ein ganz schön alter fetter Sack geworden, Steffen!!!!
Regine

Unknown hat gesagt…

Danke für deine Geburtstags-sms! Coole Sache, hab mich sehr darüber gefreut!
die Jule aus BB