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Donnerstag, 1. Oktober 2009

Broome – Kimberlys – De Grey Station

G’day Mates!

Nach einer etwas laengeren schoepferischen Pause folgt hier mal wieder eine Berichterstattung unserer vergangenen Reise- und Arbeitswochen.
Los ging es diesmal in Port Hedland in dem wir leider vergebens nach Arbeit suchten. Unser naechstes Ziel – Broome – liegt ca. 600 km nordoestlich von Port Hedland am Indischen Ozean. Nach einer gemuetlichen Tagesreise, durch eher unspektakulaere Landschaft wo sich Spinnifex und das grosse Nichts abwechseln, erreichten wir am spaeten Nachmittag Broome.
Broome ist das Synonym fuer exotische Straende und ist ein Zufluchtsort fuer junggebliebene Hippies, ausserdem ist die Stadt durch ihre Perlentaucherindustrie bekannt geworden. So war es also kein Wunder das wir als allererstes an DEN Strand in Broome, den sogenannten Cable Beach, gefahren sind. Hier kann man mit seinem Auto direkt ans tuerkisblaue Wasser fahren und den Sonnenuntergang geniessen, was wir dann auch gemacht haben.
Ausserdem giebt es zum Sonnenuntergang gefuehrte Kameltouren am Strand, welche einen bleibenden Eindruck des Cable Beach bereiten. Den naechsten Tag widmeten wir voll und ganz unserem, durch die Arbeitssuche in Port Hedland, geschundenen Geist und Koerper. So verbrachten wir einige Zeit auf dem japanischen und chinesischen Friedhof wo viele Perlentaucher aus dem Anfang des 20 Jh. begraben sind. Auch Heute noch ist einiges aus dieser Zeit in der Satdt zu spueren und an dem typ. asiatischen Baustil der Innenstadt zu erkennen. Den Nachmittag verbrachten wir am weissen Sandstrand an dem man bei Ebbe 120 Mio. Jahre alte Dinosaurierspuren bewundern kann.
Noerdlich von Broome befindet sich die Halbinsel Dampier Peninsula die ueber eine 200 km lange, etwas holprige, sandige Piste zu erreichen ist und mit wunderschoenen Lagunen aufwartet.
Dort sind wir mit Haien geschwommen und mit Kajaks in See gestochen um Riesenschildkroeten aufzustoebern. Wir haben dort ein wirklich nettes Professorenpaar kennengelernt mit denen wir den Abend verbrachten.
Zurueck in Broome statten wir uns gruendlich mit Lebensmitteln und Treibstoff fuer unsere naechste Etappe in die Kimberlys aus.

Die zerkluefteteten Kimberlys sind WA’s roher, ungeschliffener Edelstein und eine der letzten Herausforderungen Australiens. Die Landschaft hier ist absolut eindrucksvoll und wunderschoen: grosse Fluesse, donnernde Wasserfaelle, tiefe Schluchten, ruhige Pools und gefaehrliche Krokodile in den meisten Fluessen. Das Alles war fuer uns Anreiz genug diese Region zu entdecken!

Die Hauptstrasse dieser Region ist die unbefestigte Gibb River Road die sich ca. 700 km durch die Landschaft windet, Zugang zu den meisten Attraktionen bietet und auch durch so manche Fluesse fuehrt.
Erste Stationen waren die Windjana Gorge und Tunnel Creek. Die Gorge ist ca. 7 km lang und an manchen Stellen ueber 100 m hoch. Hier wartete schon das erste Dutzend Krokodile auf uns um fuer ein Foto ihre blankgewienerten Zaehne zu praesentieren.

Tunnel Creek ist – ein an sich Krokodilfreier - unterirdischer Flusslauf, dem man mit einer Taschenlampe durch knietiefes Wasser folgen kann. Wie es der Zufall so wollte entdeckten wir gerade hier ein kleines Suesswasserkrokodil was sich wohl verirrt und durch seine roten Augen verraten hatte. Wieder unter freiem Himmel konnten wir wohl behalten die naechsten Gorges in Angriff nehmen.



Im Prinzip sind alle aehnlich und doch hat jede Einzelne etwas ganz Besonderes und somit ihren eigenen Reiz. Meistens ist es ein Fluss der sich durch das Gestein „frisst“ , mindestens einen Wasserfall bildet und sich dann in einem Pool ergiesst. In der Regel sind es jedoch mehrere Wasserfaelle und somit sind auf verschiedenen Stufen Pools, in denen man baden kann. Es ist jedenfalls wunderbar wenn man an heissen Tagen nach der staubigen Fahrt im Auto und einer Wanderung in diesen kuehlen Pools schwimmen und die Natur geniessen kann. An dem nicht so populaeren Gorges ist man zudem meist ungestoert.

Auf der Haelfte der Gibb Road kann man weitere 250 km noerdlicher zu den Mittchel Falls abbiegen. Da die letzten 70 km etwas schwierig zu bewaeltigen sind und durch den relativ tiefen King Edward River fuehren, fliegen die meisten Touristen zu den mehrreihigen, ueber 100 m hohen Mitchel Falls. Ungeachtet dessen setzten wir unseren Weg auf 4 Raedern fort und gelangten auch gluecklich an unser Ziel und zurueck.

Trotz der Trockenzeit fuehrten die Wasserfaelle ausreichend Wasser und so bot sich uns ein wunderschoenes Naturschauspiel was wir mit einem Bier zum Sonnenuntergang genossen.
Am naechsten Tag wagten wir uns noch weiter noerdlich zum wunderschoenen Surveyers Pool und zum Warrender Lookout. Die letzten 8 km zum Lookout sind extrem steinig und forderten uns komplett. Nach fast 3 h Schleichgang hatten wir eine wunderschoene Aussicht ueber eine tolle Kuesten- bzw. Inselwelt, fuer die sich der Weg voll und ganz gelohnt hat.


Zurueck auf der Gibb Road ging es zu meinem persoenlichen Favoriten in den Kimberlys: naemlich dem El Questro Wilderness Park. Dieser Park bietet alles was das Herz begehrt. Heisse Quellen unter Palmen, phantastische Schluchten mit glasklaren Baechen, eiskalte Wasserfaelle und wunderschoene 4WD Tracks durch beeindruckende Landschaft. Wem das alles nicht genug ist, der kann sich fuer 1700 $ pro Nacht im Homestead einquartieren und bewirten lassen.

Wieder zurueck in der Zivilisation – Kunununarra – kuemmerten wir uns vorrangig um einen Job auf einer Cattle Station. Nach relativ kurzer Zeit hatten wir eine pos. Zusage und mit neuem Elan konnten wir die verbleibende Zeit bis zum Arbeitsstart mit Reisen fuellen.
So besichtigten wir den Lake Argyle , welcher das groesste Suesswasserreservoir in Australien ist.

Nach ein paar gemuetlichen Wanderungen entlang des Sees ging es weiter zum Bungel Bungel National Park der zum UNESCO Weltkulturerbe zaehlt. Das Besondere an diesem National Park sind die unverwechselbaren, gestreiften und rundgeformten Sandsteintuerme. Der National Park bietet eine handvoll Attraktionen die fast alle mit dem Auto erreichbar sind und somit von Touristen bevoelkert werden. Da wir darauf keine Lust hatten, entschieden wir uns fuer einen „overnight walk“ ins Herz der Bungel Bungel. Nach dem unsere Rucksaecke mit Zelt, Schlafsack, Isomatte und genuegend Wasser und Lebensmitteln bepackt waren ging es fuer unsere Verhaeltnisse relativ zeitig am Morgen los. Vor uns lagen ca. 18 km Weg durch wunderschoene Steinformationen und hohe Schluchten. Verursacht durch den 20 kg schweren Rucksack und dem sandigen Weg, der eigentlich ein ausgetrocknetes Flussbett war, entwickelte sich der Walk zur Strapaze. Am Ende wurden wir durch einmalige Einblicke in die Schluchtenwelt der Bungel Bungel und einen wunderschoenen Campspot belohnt.

Auf unserem Weg zur Cattle Station, die in der Naehe von Port Hedland liegt, passierten wir wieder Broome wo wir den Geburtstag von Hannes gebuertig feierten. Hier verbrachten wir eine Nacht im 5 Sterne Campingplatz direkt am Cable Beach wo wir zahlreiche Korken und Flaschenkronen krachen liessen.

Kurz vor unserer Rinderfarm befindet sich der 80 mile beach wo wir unsere ersten Angelerfahrungen machten. Angeleitet von zwei aelteren, erfahrenen, australischen Paarchen konnten wir einen Fang von einem Schaufelnasenhai (Hannes) und 4 Karpfen vorweisen. Der Hai ging zurueck ins Wasser und die 4 Karpfen in unsere Maegen.
Am 19. Juli erreichten wir De Grey Station die fuer die naechsten 10 Wochen unser Zuhause sein sollte und die Reisekasse aufbesserte. De Grey Station ist eine der groessten privaten Rinderfarmen in Australien. Sie umfasst 410.000 Hektar und 25.000 Rinder.
Unsere Hauptaufgabe besteht eigentlich im Sprayen ungeliebter Gewaechse. Jeder von uns sitzt auf einem Quad und wir fahren gemuetlich am Flusslauf entlang und spruehen einzelne Pflanzen. Klingt gut, ist es auch. Wenn wir nicht sprayen (was ziemlich oft vorkommt) arbeiten wir mit den Rindviehchern in den Yards. Alle Kuehe werden in die Yards getrieben und dort sortiert, kastriert/ sterilisiert, die Ohren markiert und die Hoehrner gestutzt. Das ist dann meistens unsere Aufgabe und an diesen Tagen fuehlt man, dass man mehr Australien nicht erleben kann: DASS IST AUSTRALIEN! In den letzten Tagen durften wir mastern gehen, d.h. Kuehe treiben, was die eigentliche Hauptaufgabe der meisten Arbeiter darstellt. Das ist hier der groesste Spass und man schluckt eine Menge an Staub, verursacht durch die panisch rennenden Rinder. Diese werden hier von richtigen Cowboy‘s mit allen zur Verfuehgung stehenden Mitteln getrieben, dass heisst mit: Pferden, Motorrädern, Quads, Gelaendewagen, Helicopter und Flugzeug! (alles im Privatbesitz der Station)
Wenn wir nicht arbeiten, sind wir angeln oder jagen. So haben wir hier z.B. unser erstes Wildschwein gefangen (mit der Hand) und unser erstes Kaenguruh geschossen.
Die Arbeiter hier sind zumeist alle in unserem Alter und nett. Und so wurden wir von Ihnen zu einem echten Outbackevent eingeladen: Rodeo! Australisches Saufgelage gemuescht mit wuetenden Bullen und schwitzenden Maennern. Fuer uns der geeignetste Platz sich unters Volk zu mischen und die freien Tage zu geniessen.
In den naechsten Wochen werden wir uns weiter in WA aufhalten und uns in Richtung Sueden vorwagen. So liegen z.B. der Karijinin National Park und Exmouth mit seinem wunderschoenen Riff auf unserer Planung. Hannes wird dann Mitte November zurueck in die Heimat fliegen und ich werde mich in Richtung Melbourne aufmachen, wo Anfang Dezember meine Family ankommt und hoffentlich bereit ist, Australien zu entdecken!

Bis dahin Euch alles Gute, ich gebe hier mein Bestes!

Liebe Gruesse

Euer Steffen & Hannes

Samstag, 30. Mai 2009

Kalgoorlie - Canning Stock Route - Port Hedland


Nach wiedererlangter Freiheit konnten wir neue Plaene schnmieden und unsere Weiterreise organisieren. Unser urspruenglicher Plan zuerst nach Perth zu fahren wurde von uns ziemlich schnell verworfen. Die Gruende dafuer sind einfach: erstens ist dort gerade Herbst/ Winter und es also viel zu kalt und zweitens wollten wir mehr vom outback erleben und sehen!

WA bietet sich fuer einsame Pistentouren quer durchs Outback geradezu an! Denn dieser Staat ist 7x so gross wie Dtl. und hat nur 2 Mio. Einwohner. Da davon ca. 1.5 Mio. In Perth wohnen kann man sich vorstellen wie duenn das Landesinnere besiedelt ist. Es wartete also nur darauf von uns erkundet zu werden. Ausserdem wollten wir uns von den ausgetretenen Touristenpfaden entfernen und endlich das richtige Australien kennen lernen.

Fuer dieses Vorhaben waehlten wir die Canning Stock Route (CSR). Sie ist die am moisten abgeschiedenste Strecke der Welt und beginnt ca. 550km noerdlich von Kalgoorlie. Sie wurde vor ca. 100 Jahren fuer den Viehtrieb erbaut. Um die Rinder ausreichend mit Wasser zu versorgen, baute man ueber 50 Brunnen (Well) von denen ca. die Haelfte funktionstuechtig ist. Die CSR erstreckt sich ueber 1900km durch 4 Wuesten mit ueber 1100 Sandduenen die ueberwunden werden wollten. 99% der Australier haben diese Tour noch nicht uebernommen und in einschlaegiger Reiseliteratur wird sie als extreme schwierig bezeichnet. Das klang genau nach dem was wir wollten! Nach einer relativ intensiven Vorbereitung (gute Karte gekauft, 4x4 Accessoires aufgestockt, mehr Bier und Essen erworben) konnte das Abenteuer beginnen!

Nach einem kuehlen Bier im pub in Wiluna starteten wir am 8.5.09 17.00 Uhr in Richtung Well 2! Die ersten 200km sind ziemlich einfach zu fahren, abgesehen von ein paar schwierigen Flusslaeufen. Danach wird es sandig und man muss sich etwas mehr konzentrieren. Selbst fuer uns war es manchmal schwierig die Duenen im ersten Anlauf ueberwinden, da der Sand sich Mittags auf ueber 50 Grad aufheitzt und man somit an Grip verliert. So folgten wir dem Motto: sometimes it’s better to make your own way, like in the old day’s! Wir schafften taeglich zwischen 60 und 100km und beendeten den Tag immer gemuetlich mit einem Lagerfeuer an wunderbaren Plaetzen.





Die Strecke fuehrt groesstenteils durch Buschlandschaft die ab und zu einem Wald aehnelt. Sie fuehrte vorbei an kleineren Bergmassiven von denen man einen ueberwaeltigenden Blick ueber die weiten Ebenen des Outback hat.






Ausserdem kann man unberuehrte Quellen und Wasserloecher entdecken, an denen wir sogar Aboriginizeichnungen sahen, was wohl noch nicht allzuviele Touristen vor uns geschafft haben. Ab und zu sieht man mal ein ausgebranntes Autowas die Strecke nicht ueberstanden hat. Eine ungestoehrte Tierwelt mit zahlreichen Emus, Kaengurrus, Kamelen, Dingos, Insekten, Adlern und Lizards zeigte sich uns in beeindruckender Art und Weise.

Nach ein paar tagen lernten wir Nev und Trev kennen, 2 typische australien Gentleman, mit denen wir die weiteren Tage reisten. Sie waren technisch top ausgestattet, was uns natuerlich entgegen kam und zusaetzliche Sicherheit brachte. Abends leerte man so die ein oder andere Flasche Portwein und konnte so ganz nebenbei die Englischkenntnisse verfeinern. Leider machte ihr Nissan nach ein paar Tagen schlapp was fuer sie Anlass war auf der Haelfte der Strecke abzubrechen und 600km in den naechsten ort nach Newman zu fahren. Wie es der Zufall so wollte brach unser Dachgepaecktraeger just an diesem Tag, so dass wir ihnen wohl oder uebel folgen mussten.

In Newman angekommen wurde unser roof rack fuer einen Kasten Bier geschweisst; typisch australisch eben easy going! Da unser Geld nicht Mehr wird beschlossen wir noch 500km bis zur kueste nach port Hedland zu fahren wo wir auch gebuehrend Maennertag feierten. Port Hedland wird als braune Stadt bezeichnet und hat den tiefsten Hafen Australiens in dem riesige Schiffe mit Erz beladen werden. Nach einer Woche intensiver Jobsuche sind wir leider noch nicht fuendig geworden. Von der Bearbeitung bis zur Einstellung in einen guten Job vergehen hier Wochen. Diese Zeit werden wir wahrscheinlich mit Arbeit auf einer grossen Rinderfarm ausfuellen.

Bis dahin euch alles Gute und ihr hoert von mir!

Euer Crocodile Dundee & Crocodile Hannes!

Adelaide - Flinders Ranges - Red Centre - WA



Nach einem letzten Abschiedsessen bei unserem Farmer, was fuer Hannes und mich mehr einem Weihnachtsessen gleichkam, war es fuer uns nach mehr als zwei Monaten Zeit, auf eine neue Etappe auf zubrechen. Diese Etappe sollte uns ueber 10.000km von Adelaide ueber das ,,Red Centre” bis nach WA fuehren, dem entsprechend faellt dieser Beitrag etwas laenger aus!


Nach einer letzten Nacht im Bett konnten wir gut gestaerkt und wohl ausgeruestet Richtung Adelaide starten. Der Hwy. fuehrte anfaenglich ins Landesinnere und uns wurde schlagartig bewusst, dass wir uns am Rande des Outbacks befanden, so trocken war es. Sobalt wir jedoch Richtung Murray River kamen (der Richtung Adelaide fuehrt) wurde es zusehens gruener und vegetationsreicher. Nach etwa 400km biegt der Fluss in das Barossa Valley ein (das reichste Weinanbaugebiet Australiens). Das Barossa Valley ist mit Weinbergen bedeckt und erinnerte uns so manches Mal an Deutschland, kein Wunder also, dass sich dort eine Menge deutscher Siedler niederliessen. Zwischen diesen ganzen Weinbergen gibt es ziehmlich viele kleine Cottages (aus Stein gemauert Haeuser-eine Seltenheit in Australien) aus den Anfaengen der Besiedlung ab 1842, die es sich lohnte anzuschauen. Leider war das Wetter nicht das Allerbeste, so das wir gezwungen waren, die meisten Touren mit dem Auto zu erkunden.


Weiter suedlich vom Barossa Valley befindet sich Hahndorf, die aelteste noch existierende dt. Siedlung in Australien. Unser Ziel war klar:,,ein deutsches Bier & eine Bratwurst mit Sauerkraut.” Jedoch waren wir an diesem Wochenende nur Zwei unter Hunderten, die diesen Gedanken hatten, und so stellte es sich als ziehmliches Problem dar, in angenehmer Atmosphaere ein Bierchen zu bekommen. Erstens haetten wir einen Platz reservieren muessen(um dann ziehmlich lange darauf zu warten) und zweitens waren die Preise horrent. So entschlossen wir uns fuer ein austr. Bier und eine dt. Bratwurst mit Sauerkraut die nicht uebel war. Ansonsten ist Hahndorf ein typischer Touristenort, an dem das deutscheste der Stau war.



Am naechsten Tag holten wir Helena ab, die uns auf unserer weiteren Reise begleiten wollte. Helena kommt aus Lippstadt und meldete sich auf unser Mitfahrangebot im Internet. Als Trio ging es fuer drei Tage in die Hauptstadt Suedautraliens – Adelaide.


Als viertgroesste Stadt Australiens ist Adelaide um ein vielfaches ruhiger und unspaktakulaerer als Sydney oder Melbourne, sie wird auch als die Stadt der Kirchen bezeichnet.


Nur leider haben wir am ersten Tag ein anderes Adelaide kennengelernt, naemlich das der Shoppingcentre und Outdoorlaeden von innen. Das sind eben die Nachteile wenn man mit einer Frau reist. Am zweiten Tag bummelten wir gemuetlich durch die Stadt, schauten uns das faszinierende Migration Museum an und verbrachten den Nachmittag im Botanischen Garten.


Abends stand ein Besuch des Skycity Casino auf dem Program und natuerlich ein Spaziergang durch das naechtliche Adelaide. Am dritten Tag ruesteten wir unsere Essensvorraete fuer die kommende Tour auf. Sie bestanden vornehmlich aus Nudeln (30kg), Kartoffeln (15kg), Buechsen mit Gemuese und Bohnen (50 Stueck) und Longlife Milk (25l). 30l Bier , 100l Wasser und 150l Diesel machten unsere Autarkie perfekt.




Das naechste Etappenziel hiess Flinders Ranges (FR), 500km noerdlich von Adelaide. Der Weg dorthin fuehrt ca. zur Haelfte entlang des Meeres wo wir einige schoene Spots zum uebernachten fanden.

Sobald man sich von der Kueste Richtung Landesinnere vorwagt wird es zunehmend trockener bis man die FR vor sich hat, deren Falten rot und purpurfarben schimmern. Spektakulaereres hat South Australia nicht zu bieten. Die Hauptattraktion ist hier Buschwalking, wozu sich der Wilpena Pound am besten eignet. Der Wilpena Pound ist eine grosse, natuerliche Talmulde deren aeussere Waende fast senkrecht 500m in die Hoehe ragen. Zum Einstieg waehlten wir eine ca. 26km Wanderung, die laut Information Centre nur durch erfahrene, topfitte Wanderer ueber 2 Tage gelaufen werden sollte. Fuer uns Ansporn genug sie an einem Tag zu machen. Nach einem recht steilen Anstieg (1200 Hoehenmeter) bot sich uns ein ueberwaeltigender Ausblick.


Trotz eines sehr langen und ermuedenden Abstiegs wuerden wir die Wanderung als piece of piss bezeichnen. Am naechsten Tag folgte eine eher gemuetliche Wanderung, da die Hitze nicht unbeachtlich war und uns auch immer mehr Fliegen nervten, denen Hannes durch eine geschickte Erfindung Parole bot.





Anschliessend ging es weiter Richtung Norden in den Gammon Ranges National Park der vor allem unsere 4wheel drive (4WD) Kenntnisse testen und ausbauen sollte. So brauchten wir z.B. fuer eine 60km Tour zu einer heissen Quelle fast den ganzen Tag, da der Weg sehr steinig und rau war. Aber es machte unendlich viel Spass und wir beschlossen daraufhin mehr in diese Art des Reisens zu unternehmen.


Als naechstes steuerten wir Cooper Pedy an, welches am Stuart Hwy. zwischen Adelaide und Alice Springs liegt. Dabei passierten wir Farina, eine Geisterstadt, in der vor 100 Jahren mehrere tausend Menschen lebten.






In Marree, welches mit einem ausgezeineten Pub lockte goennten wir uns ein Paeuschen am Zapfhahn. Aus einem Bier wurden Viele und auch eine Abkuehlung im Pool konnte der ausgelassenen Stimmung nicht entgegenwirken. Etwas gereizt uebernahm Helena nun das Steuer und fuehrte uns Richtung Cooper Pedy (CP).


CP wird oft als Opalhauptstadt der Welt bezeichnet. Ich wuerde es als groesstes Drecksnest Australiens bezeichnen, und dabei befinden sich 50% der Gebaeude unter der Erde (so z.B. ein paar Kirchen).


Die ganze Gegend ist mit Mienen durchloechert und es sieht ein bisschen wie auf dem Mond aus. In den Strassen lungert der Aborigini herum und vertrinkt das Geld hart arbeitender Australier. Aber an diesen Anblick sollten wir uns noch gewoehnen. Als Schlafstaette hatten wir uns einen underground Campingplatz ausgesucht der in einer alten Miene untergebracht ist.


Die 750km zwischen CP und Alice legten wir in einem Stueck zurueck, da nichts Sehenswertes vorhanden ist. Alice ist eine typisch australische Stadt die eigentlich nichts besonderes bietet, von uns aber fuer Kommunikationszwecke und zum auffuellen unserer Vorraete genutzt wurde. Abends ging es nochmal in eine Kneipe fuer ein gemuetliches Bierchen. Da Hannes und ich eine typische Outbackbar erwarteten, waren wir schnell enttaeuscht als sich die Kneipe als Dorfdisko fuer den Stenotyp Backpacker herausstellte. Zurueck im Auto wurden wir von Helena als Spassbremsen bezeichnet und bekamen von der westdt. Partyqueen den Auftrag das mit dem Feiern nochmal zu ueben!


Am naechsten Tag ging es in die West McDonald Ranges (WMR) die sich ueber 140km nach Westen erstreckt und mit unzaehligen Schluchten und Wasserloechern aufwartet. Die WMR ist ein riesiges Steinmassiv das beim Sonnenauf- und -untergang in unterschiedlichen Rottoenen schimmert. In den meisten Schluchten gibt es ganzjaehrige Wasserloecher die fuer eine Halbwueste eine eher untypische Vegetation zulassen.

Das Palm Valley ist eine langgezogene Schlucht suedl. der WMR und wie der Name schon sagt gesaeumt mit Palmen. Wir hatten das Glueck das wir das Tal in einem tropischen Regen erleben durften und uns damit wie ein Paradies inmitten des trockenen Outbacks vorkam. Am Abend lerneten wir eine typisch australische Familie kennen, die ihre Spaghetti Bolognese und 4WD Erfahrungen mit uns teilten.


Tagsdarauf erwartete uns schon wieder eine der spektakulaersten Attraktionen Zentralaustraliens: der Kings Canyon mit seinen ueber 100m hohen Steilwaenden!


Unsere Wanderung fuehrte uns anfaenglich am Rande des Canyons entlang um dann in das Tal, genannt Garden Eden, abzusteigen. Dieser Ort, mit seinen Farnen, Palmen und dem ruhigen See eingerahmt durch die Steilwaende, ist einfach wunderschoen! Zurueck ging es wieder am oberen Rand des Canyons mit garantiert fantastischem Ausblick!



Nach diesem Highlight folgte kurz darauf das naechste – der Ayers Rock.








Dieser Monolith inmitten von Sand und Buschlandschaft gilt als eines der Wahrzeichen Australiens und ist meiner Meinung nach ueberbewertet. Die erste Schwierigkeit stellte sich schon beim Betreten des National parks heraus: 25$ pro Person Eintritt. Kurzerhand wurden Hannes in den Kofferraum verfrachtet und Helena auf der Ruecksitzbank unter einem Haufen Sachen begraben. (Vielleicht schafft ihr es Hannes auf dem Bild zu entdecken!)


Nach ueberstandener Kontrolle wollten zumindest Hannes und ich auf den Gipfel des Felsens was uns leider nicht gestattet wurde, da angeblich zu starke Winde auf dem Gipfel wehten. So mussten wir noch einen Tag warten, um bei unveraenderten Wetterbedingungen endlich den Gipfel besteigen zu koennen! Den Abend verbrachten wir am Ayers rock beim Sonnenuntergang mit einer guten Flasche Rotwein dir wir von unserem Farmer geschenkt bekommen und fuer diesen speziellen Augenblick aufgehoben hatten.


Nach einem recht steilen und ungesicherten Anstieg am naechsten Morgen erreichten wir eine Art Plateau auf dem wir zum hoechsten Punkt auf dem Ayers Rock wanderten. Der Ausblick ist richtig gut und in denen durch Regenwasser gefuellten Pools konnten wir sogar unsere Fuesse baden.


Den naechsten tag widmeten wir den Olgas, einer Ansammlung Monolithen, die touristisch nicht so besucht und meiner Meinung nach interessanter und vielfaeltiger als ihr beruehmter Nachbar sind. Unsere Wanderung bot beeindruckende Einblicke in die engen Schluchten und breiten Taeler der Olgas.




Am Abend ging es endlich auf nach West Australia!Wir nutzten dafuer die Great Central Road, die auch als longest shortcut Australiens bezeichnet wird. Vor uns lagen 1400km unbefestigte Strasse die nur mit schriftlicher Erlaubnis der Aboriginis befahren werden durfte, da sie zum Grossteil durch ihr Land fuehrt. Damit man auch immer weiss das man sich auf Aboriginiland befindet ist die Strasse mir Autowracks gesaeumt. Manche von ihnen keine 10 Jahre alt und mit Gasanlage ausgeruestet (Wert 4500$).

Aber wozu kaputte Autos reparieren wenn man vom Staat neue gestellt bekommt? Die Strecke legten wir ohne Probleme in drei Tagen zurueck.




Leonora, die erste groessere Ansiedlung von Haeusern, ist eine typische Minerstadt. 3km von ihr entfernt befindet sich Gwalia – eine Geisterstadt. Hier lebten bis in die 60er Jahre mehrere hundert Mienenarbeiter, deren Haeuser die vergangenen 50 Jahre gut ueberstanden haben. Sie geben einen guten Einblick in die Lebensbedingungen der Arbeiter. Gleich daneben befindet sich das Herbert Hoover Haus (spaeterer US President) der als Manager in der Miene beschaeftigt war.



250km weiter suedlich befindet sich Kalgoorlie-Boulder, mit knapp 30.000 Einwohnern eine der groessten Staedte West Australiens! Uns erwarteten hier viele historische Gebaeude und die groesste Tagebaumiene (Gold) der Welt.


Hier trennten sich die Wege von Helena und uns, da unsere enormen Anstrengungen zur Verbesserung der deutsch-deutschen Beziehung entgueltig gescheitert waren.


Dieses war der erste neu Blog, doch ich bin mir sicher das euch auch der Zweite lockt!


Mittwoch, 1. April 2009

How are you today?

Mit diesem Satz wurden wir eigentlich jeden Morgen von Barry, unserem irischen Farmer und seiner Frau begruesst. Und meistens bekam er von zwei verschlafenen Backpackern (uns) ein: it's alright. Wenn er uns jedoch heute fragen wuerde, bekaeme er ein really good! Der Grund ist, wir sind fertig mit arbeiten und startklar fuer die naechste Etappe: Adelaide-Alice Springs-Uluru-Perth (6000 km).

Doch zuerst, wie versprochen, ein paar Zeilen zu unserem ueber 2 Monate dauernden Stop in Mildura.

"Mildura lockt mit ueber 300 Sonnentagen im Jahr und macht mit vielfaeltigen Freizeitgestaltungsmoeglichkeiten furore", so oder so aehnlich beschreibt unser Reisefuehrer die Stadt. Wobei ich ihm bei den 300 Sonnentagen 110%ig zustimme, denn in den letzten 2 Monaten haben wir definitiv gelernt was es heisst zu schwitzen. Kurz nachdem wir unser Zelt aufgeschalgen hatten, stieg die Temp. auf ca. 50 Grad und wollte dort auch gute 2 Wochen verweilen. In dieser Zeit versucheten wir Arbeit zu finden, aber schon beim Nichtstun floss der Schweiss. Unser Ziel hiess also: Stundenlohn, denn wir wollten uns nicht ausmalen was passiert wenn wir bei dieser Hitze noch nach Leistung bezahlt werden.

Nach zwei wirklich schlechten Farmen wo wir leistungsbezogen arbeiteten, wurden wir endlich 5km oestlich von Mildura in Nichols Point fuendig. Wir nannten den Farmer zuerst Karotten-Man. Denn er sagte zu uns wir koennen bei ihm carrons (eine Art Rosinen) pfluecken , wir verstanden aber carrots und wunderten uns, da wir weit und breit nur Weinstoecke sahen.

Jetzt nach getaner Arbeit, glaube ich konnte uns nichts besseres passieren als auf dieser Farm zu arbeiten. Wir wurden von Anfang an "Um-Muttert" als gehoerten wir zur Familie. Sei es das Eis fuer unsere Kuehlbox oder porttable Toilette oder jeden Morgen um 9 Uhr Fruehstueck (die sogenannten SmoCo). Es laesst sich noch vieles Weitere aufzaehlen und ob das nicht schon genug ist, konnten wir die letzten drei Wochen sogar in dem Haus seines verstorbenen Vaters wohnen. Man kann sich gar nicht vorstellen wie schoen es ist nach 4 Monaten mal wieder in einem Bett zu schalefen! Es war ein Traum, den wir in der Regel 10 h am Tag genossen haben.

Unsere Arbeit bestand zum Grossteil darin, carrons und sultanas vom Reebstock zu schneiden um damit die unzaehligen Metallboxen zu fuellen. Diese kommen anschliessend auf ein Regal und werden an der Luft getrocknet. Klingt einfach, ist es aber nicht immer. Unser groesster Gegner war wieder die Hitze. Meistens lag die Temp. zwischen 30 und 40 Grad im Schatten und wir arbeiteten 10-12h taeglich in der prallen Sonne. Aber auch unzaehlige Spinnen zwischen den Reeben machten vor allem Hannes zu schaffen, dessen Verhalten sich des oefteren einer starken Spinnenphobie annaeherte. Wir hatten aber auch jede Menge Spass, vor allem mit den anderen pickern die alle nicht unter 60 Jahre jung waren. Das schoene ist, dass Alle Australier sind und wir somit gezwungen waren englisch zu sprechen.

Die ersten 2 Wochen pflueckten wir mit George, Raylene, Alf und Evan. Alf und Evan, beide ueber 75, pfluecken schon seit 15 Jahren fuer Barry. Sie haben aber nach 14 Tagen das Pfluecken beendet da sie eben nicht mehr ganz so jung sind und wahrscheinlich das Geld nicht so dringend benoetigen wie wir. Alf faehrt einen Ford F150 70er Baujahr. Ich war natuerlich von diesem riesigen Auto angetan und sagte ihm, dass man sich so ein Auto in Deutschland normalerweise nicht leisten kann. Er fragt mich verwundert warum. Ich antwortete: wegen dem Verbrauch, und er: der verbraucht dochnur 25 Liter! Das sind eben die Aelteren Australier!

George und Raylene genauso lang wie wir. George bekam von uns den Spitznamen bloody-George, erstens ist jedes zweite Wort von ihm bloody und zweitens schneidet er sich regelmassig mit seinem Messer an der unmoeglichsten Stellen. Mit diesen Beiden haben wir meisten den Abend unseres freien Tages verbracht.
So wurden wir zum Beispiel in die hiesige Clubszene eingefuehrt. Wer jetzt an eine ordentliche Disko mit einer Menge Jugendlichen denkt liegt falsch. Ein Club in Australien beinhaltet und definiert sich naemlich folgendermassen: ein schickes Restaurant, eine ordentliche Bar, ein paar Flachbildschirme, eine Smoking-Area und jetzt kommt's: unmengen von Pokermaschinen. An diesen Pokie's sitzen die Australier und verspielen ihren Wochenlohn (und manchmal auch mehr), so auch George und Raylene. Hannes und ich, wir haben es uns meistens hinter der Bar gemuetlich gemacht und der australischen Bierwirtschaft finanziell unter die Arme gegriffen.
Ansonsten waren wir mit den Beiden bowlen wobei das Team old das Team young klar geschlagen hat. Einigemale haben sie auch fuer uns und wir fuer sie gekocht, dabei war das Silverside Roast von ihnen der absolute Genuss.

George und sein Kumpel Leo haben uns auch noch beim Oelwechsel (inkl. Oelfilter und Fuelfilter) geholfen. Dabei sind 8 der 10 Liter Mototoel ins Erdreich gelaufen da der Behaelter nicht dicht war. Anschliessend kam die passende Antwort von Barry: Es kommt von der Erde, es geht zurueck in die Erde. Typisch Australisch eben - no worries!

Ausser dem neuen Oel hab ich dem Auto noch ein paar vordere Bremsscheiben und einen 2ten Reservereifen spendiert. Ein Rundumcheck fuer das Outback wurde auch gemacht, so das wir sicher sind dass uns das Auto auch an unser Ziel bringt.
Als Kroenung haben wir noch einen Roofbasket fuer zusaetsliches Wasser und Diesel gekauft. Barry hat uns eine Halterung fuer den 2ten Ersatzreifen geschweisst der hinter dem Korb Platz findet. Somit sind wir hoffentlich bestmoeglich auf das Outback vorbereitet.

Mit dem Traubenpfluecken sind wir jetzt seit ca. 10 Tagen fertig. In den letzten Tagen haben wir als eine Art "farmers-right-hand" gearbeitet. Wir haben mit geholfen die getrockneten Trauben von den Regalen in grosse Boxen zu bekommen. Dabei konnten wir auch Traktor fahren und eigentlich war es mehr Spass als Arbeit.

Ich glaube wir werden Mildura in einer positiven Erinnerung behalten, obwohl wir hier einige Liter Schweiss gelassen haben. Aber wir haben auch einige sehr nette Menschen kennen gelernt und hatten einen Einblickin das wirkliche Australien.

Das war es soweit von mir fuer euch! Wahrscheinlich habe ich erst wieder an der Westkueste Gelegenheit den Blog zu aktualisieren!

Euch ein frohes Osterfest und denkt an uns wenn wir durchs Outback streifen!

Euer Crocodile Dundee