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Samstag, 30. Mai 2009

Kalgoorlie - Canning Stock Route - Port Hedland


Nach wiedererlangter Freiheit konnten wir neue Plaene schnmieden und unsere Weiterreise organisieren. Unser urspruenglicher Plan zuerst nach Perth zu fahren wurde von uns ziemlich schnell verworfen. Die Gruende dafuer sind einfach: erstens ist dort gerade Herbst/ Winter und es also viel zu kalt und zweitens wollten wir mehr vom outback erleben und sehen!

WA bietet sich fuer einsame Pistentouren quer durchs Outback geradezu an! Denn dieser Staat ist 7x so gross wie Dtl. und hat nur 2 Mio. Einwohner. Da davon ca. 1.5 Mio. In Perth wohnen kann man sich vorstellen wie duenn das Landesinnere besiedelt ist. Es wartete also nur darauf von uns erkundet zu werden. Ausserdem wollten wir uns von den ausgetretenen Touristenpfaden entfernen und endlich das richtige Australien kennen lernen.

Fuer dieses Vorhaben waehlten wir die Canning Stock Route (CSR). Sie ist die am moisten abgeschiedenste Strecke der Welt und beginnt ca. 550km noerdlich von Kalgoorlie. Sie wurde vor ca. 100 Jahren fuer den Viehtrieb erbaut. Um die Rinder ausreichend mit Wasser zu versorgen, baute man ueber 50 Brunnen (Well) von denen ca. die Haelfte funktionstuechtig ist. Die CSR erstreckt sich ueber 1900km durch 4 Wuesten mit ueber 1100 Sandduenen die ueberwunden werden wollten. 99% der Australier haben diese Tour noch nicht uebernommen und in einschlaegiger Reiseliteratur wird sie als extreme schwierig bezeichnet. Das klang genau nach dem was wir wollten! Nach einer relativ intensiven Vorbereitung (gute Karte gekauft, 4x4 Accessoires aufgestockt, mehr Bier und Essen erworben) konnte das Abenteuer beginnen!

Nach einem kuehlen Bier im pub in Wiluna starteten wir am 8.5.09 17.00 Uhr in Richtung Well 2! Die ersten 200km sind ziemlich einfach zu fahren, abgesehen von ein paar schwierigen Flusslaeufen. Danach wird es sandig und man muss sich etwas mehr konzentrieren. Selbst fuer uns war es manchmal schwierig die Duenen im ersten Anlauf ueberwinden, da der Sand sich Mittags auf ueber 50 Grad aufheitzt und man somit an Grip verliert. So folgten wir dem Motto: sometimes it’s better to make your own way, like in the old day’s! Wir schafften taeglich zwischen 60 und 100km und beendeten den Tag immer gemuetlich mit einem Lagerfeuer an wunderbaren Plaetzen.





Die Strecke fuehrt groesstenteils durch Buschlandschaft die ab und zu einem Wald aehnelt. Sie fuehrte vorbei an kleineren Bergmassiven von denen man einen ueberwaeltigenden Blick ueber die weiten Ebenen des Outback hat.






Ausserdem kann man unberuehrte Quellen und Wasserloecher entdecken, an denen wir sogar Aboriginizeichnungen sahen, was wohl noch nicht allzuviele Touristen vor uns geschafft haben. Ab und zu sieht man mal ein ausgebranntes Autowas die Strecke nicht ueberstanden hat. Eine ungestoehrte Tierwelt mit zahlreichen Emus, Kaengurrus, Kamelen, Dingos, Insekten, Adlern und Lizards zeigte sich uns in beeindruckender Art und Weise.

Nach ein paar tagen lernten wir Nev und Trev kennen, 2 typische australien Gentleman, mit denen wir die weiteren Tage reisten. Sie waren technisch top ausgestattet, was uns natuerlich entgegen kam und zusaetzliche Sicherheit brachte. Abends leerte man so die ein oder andere Flasche Portwein und konnte so ganz nebenbei die Englischkenntnisse verfeinern. Leider machte ihr Nissan nach ein paar Tagen schlapp was fuer sie Anlass war auf der Haelfte der Strecke abzubrechen und 600km in den naechsten ort nach Newman zu fahren. Wie es der Zufall so wollte brach unser Dachgepaecktraeger just an diesem Tag, so dass wir ihnen wohl oder uebel folgen mussten.

In Newman angekommen wurde unser roof rack fuer einen Kasten Bier geschweisst; typisch australisch eben easy going! Da unser Geld nicht Mehr wird beschlossen wir noch 500km bis zur kueste nach port Hedland zu fahren wo wir auch gebuehrend Maennertag feierten. Port Hedland wird als braune Stadt bezeichnet und hat den tiefsten Hafen Australiens in dem riesige Schiffe mit Erz beladen werden. Nach einer Woche intensiver Jobsuche sind wir leider noch nicht fuendig geworden. Von der Bearbeitung bis zur Einstellung in einen guten Job vergehen hier Wochen. Diese Zeit werden wir wahrscheinlich mit Arbeit auf einer grossen Rinderfarm ausfuellen.

Bis dahin euch alles Gute und ihr hoert von mir!

Euer Crocodile Dundee & Crocodile Hannes!

Adelaide - Flinders Ranges - Red Centre - WA



Nach einem letzten Abschiedsessen bei unserem Farmer, was fuer Hannes und mich mehr einem Weihnachtsessen gleichkam, war es fuer uns nach mehr als zwei Monaten Zeit, auf eine neue Etappe auf zubrechen. Diese Etappe sollte uns ueber 10.000km von Adelaide ueber das ,,Red Centre” bis nach WA fuehren, dem entsprechend faellt dieser Beitrag etwas laenger aus!


Nach einer letzten Nacht im Bett konnten wir gut gestaerkt und wohl ausgeruestet Richtung Adelaide starten. Der Hwy. fuehrte anfaenglich ins Landesinnere und uns wurde schlagartig bewusst, dass wir uns am Rande des Outbacks befanden, so trocken war es. Sobalt wir jedoch Richtung Murray River kamen (der Richtung Adelaide fuehrt) wurde es zusehens gruener und vegetationsreicher. Nach etwa 400km biegt der Fluss in das Barossa Valley ein (das reichste Weinanbaugebiet Australiens). Das Barossa Valley ist mit Weinbergen bedeckt und erinnerte uns so manches Mal an Deutschland, kein Wunder also, dass sich dort eine Menge deutscher Siedler niederliessen. Zwischen diesen ganzen Weinbergen gibt es ziehmlich viele kleine Cottages (aus Stein gemauert Haeuser-eine Seltenheit in Australien) aus den Anfaengen der Besiedlung ab 1842, die es sich lohnte anzuschauen. Leider war das Wetter nicht das Allerbeste, so das wir gezwungen waren, die meisten Touren mit dem Auto zu erkunden.


Weiter suedlich vom Barossa Valley befindet sich Hahndorf, die aelteste noch existierende dt. Siedlung in Australien. Unser Ziel war klar:,,ein deutsches Bier & eine Bratwurst mit Sauerkraut.” Jedoch waren wir an diesem Wochenende nur Zwei unter Hunderten, die diesen Gedanken hatten, und so stellte es sich als ziehmliches Problem dar, in angenehmer Atmosphaere ein Bierchen zu bekommen. Erstens haetten wir einen Platz reservieren muessen(um dann ziehmlich lange darauf zu warten) und zweitens waren die Preise horrent. So entschlossen wir uns fuer ein austr. Bier und eine dt. Bratwurst mit Sauerkraut die nicht uebel war. Ansonsten ist Hahndorf ein typischer Touristenort, an dem das deutscheste der Stau war.



Am naechsten Tag holten wir Helena ab, die uns auf unserer weiteren Reise begleiten wollte. Helena kommt aus Lippstadt und meldete sich auf unser Mitfahrangebot im Internet. Als Trio ging es fuer drei Tage in die Hauptstadt Suedautraliens – Adelaide.


Als viertgroesste Stadt Australiens ist Adelaide um ein vielfaches ruhiger und unspaktakulaerer als Sydney oder Melbourne, sie wird auch als die Stadt der Kirchen bezeichnet.


Nur leider haben wir am ersten Tag ein anderes Adelaide kennengelernt, naemlich das der Shoppingcentre und Outdoorlaeden von innen. Das sind eben die Nachteile wenn man mit einer Frau reist. Am zweiten Tag bummelten wir gemuetlich durch die Stadt, schauten uns das faszinierende Migration Museum an und verbrachten den Nachmittag im Botanischen Garten.


Abends stand ein Besuch des Skycity Casino auf dem Program und natuerlich ein Spaziergang durch das naechtliche Adelaide. Am dritten Tag ruesteten wir unsere Essensvorraete fuer die kommende Tour auf. Sie bestanden vornehmlich aus Nudeln (30kg), Kartoffeln (15kg), Buechsen mit Gemuese und Bohnen (50 Stueck) und Longlife Milk (25l). 30l Bier , 100l Wasser und 150l Diesel machten unsere Autarkie perfekt.




Das naechste Etappenziel hiess Flinders Ranges (FR), 500km noerdlich von Adelaide. Der Weg dorthin fuehrt ca. zur Haelfte entlang des Meeres wo wir einige schoene Spots zum uebernachten fanden.

Sobald man sich von der Kueste Richtung Landesinnere vorwagt wird es zunehmend trockener bis man die FR vor sich hat, deren Falten rot und purpurfarben schimmern. Spektakulaereres hat South Australia nicht zu bieten. Die Hauptattraktion ist hier Buschwalking, wozu sich der Wilpena Pound am besten eignet. Der Wilpena Pound ist eine grosse, natuerliche Talmulde deren aeussere Waende fast senkrecht 500m in die Hoehe ragen. Zum Einstieg waehlten wir eine ca. 26km Wanderung, die laut Information Centre nur durch erfahrene, topfitte Wanderer ueber 2 Tage gelaufen werden sollte. Fuer uns Ansporn genug sie an einem Tag zu machen. Nach einem recht steilen Anstieg (1200 Hoehenmeter) bot sich uns ein ueberwaeltigender Ausblick.


Trotz eines sehr langen und ermuedenden Abstiegs wuerden wir die Wanderung als piece of piss bezeichnen. Am naechsten Tag folgte eine eher gemuetliche Wanderung, da die Hitze nicht unbeachtlich war und uns auch immer mehr Fliegen nervten, denen Hannes durch eine geschickte Erfindung Parole bot.





Anschliessend ging es weiter Richtung Norden in den Gammon Ranges National Park der vor allem unsere 4wheel drive (4WD) Kenntnisse testen und ausbauen sollte. So brauchten wir z.B. fuer eine 60km Tour zu einer heissen Quelle fast den ganzen Tag, da der Weg sehr steinig und rau war. Aber es machte unendlich viel Spass und wir beschlossen daraufhin mehr in diese Art des Reisens zu unternehmen.


Als naechstes steuerten wir Cooper Pedy an, welches am Stuart Hwy. zwischen Adelaide und Alice Springs liegt. Dabei passierten wir Farina, eine Geisterstadt, in der vor 100 Jahren mehrere tausend Menschen lebten.






In Marree, welches mit einem ausgezeineten Pub lockte goennten wir uns ein Paeuschen am Zapfhahn. Aus einem Bier wurden Viele und auch eine Abkuehlung im Pool konnte der ausgelassenen Stimmung nicht entgegenwirken. Etwas gereizt uebernahm Helena nun das Steuer und fuehrte uns Richtung Cooper Pedy (CP).


CP wird oft als Opalhauptstadt der Welt bezeichnet. Ich wuerde es als groesstes Drecksnest Australiens bezeichnen, und dabei befinden sich 50% der Gebaeude unter der Erde (so z.B. ein paar Kirchen).


Die ganze Gegend ist mit Mienen durchloechert und es sieht ein bisschen wie auf dem Mond aus. In den Strassen lungert der Aborigini herum und vertrinkt das Geld hart arbeitender Australier. Aber an diesen Anblick sollten wir uns noch gewoehnen. Als Schlafstaette hatten wir uns einen underground Campingplatz ausgesucht der in einer alten Miene untergebracht ist.


Die 750km zwischen CP und Alice legten wir in einem Stueck zurueck, da nichts Sehenswertes vorhanden ist. Alice ist eine typisch australische Stadt die eigentlich nichts besonderes bietet, von uns aber fuer Kommunikationszwecke und zum auffuellen unserer Vorraete genutzt wurde. Abends ging es nochmal in eine Kneipe fuer ein gemuetliches Bierchen. Da Hannes und ich eine typische Outbackbar erwarteten, waren wir schnell enttaeuscht als sich die Kneipe als Dorfdisko fuer den Stenotyp Backpacker herausstellte. Zurueck im Auto wurden wir von Helena als Spassbremsen bezeichnet und bekamen von der westdt. Partyqueen den Auftrag das mit dem Feiern nochmal zu ueben!


Am naechsten Tag ging es in die West McDonald Ranges (WMR) die sich ueber 140km nach Westen erstreckt und mit unzaehligen Schluchten und Wasserloechern aufwartet. Die WMR ist ein riesiges Steinmassiv das beim Sonnenauf- und -untergang in unterschiedlichen Rottoenen schimmert. In den meisten Schluchten gibt es ganzjaehrige Wasserloecher die fuer eine Halbwueste eine eher untypische Vegetation zulassen.

Das Palm Valley ist eine langgezogene Schlucht suedl. der WMR und wie der Name schon sagt gesaeumt mit Palmen. Wir hatten das Glueck das wir das Tal in einem tropischen Regen erleben durften und uns damit wie ein Paradies inmitten des trockenen Outbacks vorkam. Am Abend lerneten wir eine typisch australische Familie kennen, die ihre Spaghetti Bolognese und 4WD Erfahrungen mit uns teilten.


Tagsdarauf erwartete uns schon wieder eine der spektakulaersten Attraktionen Zentralaustraliens: der Kings Canyon mit seinen ueber 100m hohen Steilwaenden!


Unsere Wanderung fuehrte uns anfaenglich am Rande des Canyons entlang um dann in das Tal, genannt Garden Eden, abzusteigen. Dieser Ort, mit seinen Farnen, Palmen und dem ruhigen See eingerahmt durch die Steilwaende, ist einfach wunderschoen! Zurueck ging es wieder am oberen Rand des Canyons mit garantiert fantastischem Ausblick!



Nach diesem Highlight folgte kurz darauf das naechste – der Ayers Rock.








Dieser Monolith inmitten von Sand und Buschlandschaft gilt als eines der Wahrzeichen Australiens und ist meiner Meinung nach ueberbewertet. Die erste Schwierigkeit stellte sich schon beim Betreten des National parks heraus: 25$ pro Person Eintritt. Kurzerhand wurden Hannes in den Kofferraum verfrachtet und Helena auf der Ruecksitzbank unter einem Haufen Sachen begraben. (Vielleicht schafft ihr es Hannes auf dem Bild zu entdecken!)


Nach ueberstandener Kontrolle wollten zumindest Hannes und ich auf den Gipfel des Felsens was uns leider nicht gestattet wurde, da angeblich zu starke Winde auf dem Gipfel wehten. So mussten wir noch einen Tag warten, um bei unveraenderten Wetterbedingungen endlich den Gipfel besteigen zu koennen! Den Abend verbrachten wir am Ayers rock beim Sonnenuntergang mit einer guten Flasche Rotwein dir wir von unserem Farmer geschenkt bekommen und fuer diesen speziellen Augenblick aufgehoben hatten.


Nach einem recht steilen und ungesicherten Anstieg am naechsten Morgen erreichten wir eine Art Plateau auf dem wir zum hoechsten Punkt auf dem Ayers Rock wanderten. Der Ausblick ist richtig gut und in denen durch Regenwasser gefuellten Pools konnten wir sogar unsere Fuesse baden.


Den naechsten tag widmeten wir den Olgas, einer Ansammlung Monolithen, die touristisch nicht so besucht und meiner Meinung nach interessanter und vielfaeltiger als ihr beruehmter Nachbar sind. Unsere Wanderung bot beeindruckende Einblicke in die engen Schluchten und breiten Taeler der Olgas.




Am Abend ging es endlich auf nach West Australia!Wir nutzten dafuer die Great Central Road, die auch als longest shortcut Australiens bezeichnet wird. Vor uns lagen 1400km unbefestigte Strasse die nur mit schriftlicher Erlaubnis der Aboriginis befahren werden durfte, da sie zum Grossteil durch ihr Land fuehrt. Damit man auch immer weiss das man sich auf Aboriginiland befindet ist die Strasse mir Autowracks gesaeumt. Manche von ihnen keine 10 Jahre alt und mit Gasanlage ausgeruestet (Wert 4500$).

Aber wozu kaputte Autos reparieren wenn man vom Staat neue gestellt bekommt? Die Strecke legten wir ohne Probleme in drei Tagen zurueck.




Leonora, die erste groessere Ansiedlung von Haeusern, ist eine typische Minerstadt. 3km von ihr entfernt befindet sich Gwalia – eine Geisterstadt. Hier lebten bis in die 60er Jahre mehrere hundert Mienenarbeiter, deren Haeuser die vergangenen 50 Jahre gut ueberstanden haben. Sie geben einen guten Einblick in die Lebensbedingungen der Arbeiter. Gleich daneben befindet sich das Herbert Hoover Haus (spaeterer US President) der als Manager in der Miene beschaeftigt war.



250km weiter suedlich befindet sich Kalgoorlie-Boulder, mit knapp 30.000 Einwohnern eine der groessten Staedte West Australiens! Uns erwarteten hier viele historische Gebaeude und die groesste Tagebaumiene (Gold) der Welt.


Hier trennten sich die Wege von Helena und uns, da unsere enormen Anstrengungen zur Verbesserung der deutsch-deutschen Beziehung entgueltig gescheitert waren.


Dieses war der erste neu Blog, doch ich bin mir sicher das euch auch der Zweite lockt!