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Donnerstag, 4. Dezember 2008

Über Canberra in die Snowy Mountains

Halli Hallo!


Hier kommt mal wieder meine kurze, prägnante Berichterstattung! Ich sitze jetzt gerade (22.00 Uhr) in kurzen Hosen und Pulli ca. vier Stunden nördlich von Melbourne am Rande der australischen Alpen. Heute früh hat unsere Zeltnachbarin gesagt: „Heut ist es aber ziemlich kalt“. Darauf hin habe ich zu Ihr gesagt: „In Deutschland ist es zurzeit kalt, nicht hier!“, und ich wette ich habe damit Recht?


Nach unserem kurzen Stop-Over in Sydney ging es nun endlich Richtung Süden, nach Wollonggong. Wollonggong ist eine alte Industriestadt und hat an sich nicht viel zu bieten, außer eine Luft die ziemlich nach Schwefel riecht.

Hinter dieser Stadt beginnt ein wunderschöner Küstenabschnitt, der sich so ziemlich bis Melbourne fortsetzt. Ein paar Kilometer hinter Wollonggong befindet sich der Seven Mile Beach. Und der Name lügt nicht, nur leider hatten wir an diesem Strand relativ hohe Wellen und eine Gischt die man am ganzen Körper spüren konnte. Nach diesem Feucht-fröhlichem Erlebnis der etwas anderen Art kamen wir zu unserem nächsten Camping-Platz. Er lag im wunderschönen Booderee National Park 150 m entfernt vom Meer in einem lichten Wald! Wir sind hier drei Nächte geblieben und haben die gesamte Küste erkundet und natürlich auch zahlreiche Stunden am Strand verbracht. Eines Nachmittags als wir gerade vom Strand kamen, stellten wir erfreulicher Weise fest, dass wir neue Nachbarn bekommen hatten: es war ein Bus voller 16-17 jähriger Mädels. Doch schon am Abend habe ich mir gewünscht sie wären schon weiter gereist, so nervig waren die! Ich hoffe bloß es sind hier nicht alle Mädels so!


Unsere Tour führte uns über einen weiteren Camping Platz nach Batemans Bay wo wir auch eine Nacht verbrachten. Jedoch war das Wetter seit unserer Abreise vom Booderee National Park so schlecht, dass über die Fahrt nichts Besonderes zu erwähnen gibt. Außer, dass wir in weiter Entfernung Waale gesehen haben. Von Batemans Bay geht der Kings Highway direkt nach Canberra. Der einzige Ort zwischen diesen zwei Städten ist Braidwood. Braidwood ist eine alte Goldgräberstadt und es zeugen noch viele alte Häuser und vor allen Dingen Banken an die vergangenen Zeiten. Aber so viel weiter scheint sich der Ort in den letzten hundert Jahren auch nicht entwickelt zu haben. Aber er war schön anzusehen und ein kühles Bierchen im Pub hat dem Ganzen keinen Abbruch getan!


Am nächsten Tag sollten wir die Hauptstadt Australiens erreichen: Canberra! Wenn man Sydney gesehen hat und dann direkt nach Canberra reist ist man wahrscheinlich enttäuscht, so wie wir auch. Diese Stadt ist eigentlich wie ein einziger riesiger Park, in dem man vergeblich eine pulsierende Innenstadt sucht. Wir haben es gar nicht erst versucht, sondern haben uns zu erst einmal ins wahrscheinlich gemütlichste Pub der Stadt gesetzt. Dort hab ich mir ein Kilkenny gegönnt, um daraufhin (vielleicht etwas wagemutig) ins Kino zu gehen. Zu sehen gab es James Bond mit Quantum of Solace. Wir haben zwar nicht viel verstanden, aber gesprochen wird ja eh nicht soo viel und an sich ist der Film ja eh selbst erklärend. In den nächsten Tagen haben wir uns das Australische Museum, The New Parliament House, das Botschaftsviertel, die australische Bücherei (mit dem Logbuch von James Cook) und The Old Parliament House angeschaut. Da das nach zwei Tagen alles erledigt war und uns nicht viel mehr in der Stadt gehalten hat, haben wir sie nach so kurzer Zeit wieder verlassen.


50 km entfernt von der Stadt liegt das

Canberra Space Communication Centre was direkt mit der NASA zusammenarbeitet.


Auf dem Weg zu den Snowy Mountains haben wir noch zwei Tage im Namadgi National Park verbracht. Hier haben wir auch unsere ersten 60 km auf unbefestigter Straße getestet, mit der Erkenntnis, dass 100 km/h kein Problem sind.

Außerdem haben wir zwei Wanderungen unternommen die jedoch von

zahlreichen Fliegen begleitet wurden. Neue Bekanntschaften mit Deutschen und aber auch mit Australiern wurden geschlossen und wir haben auch unser Englisch bis Nachts halb zwei strapaziert. Also alles in allem ist dieser National Park sehr empfehlenswert! ;)


Südlich dieses Parks liegt Cooma wo wir unser Auto mal wieder betanken konnten und auch für uns neuer Lebensmittel käuflich erwarben. Wir legten hier eine eintägige Pause ein, um uns physisch und mental auf den höchsten Berg Australiens, den Mount Kosiuszko, vorzubereiten. Hier trafen wir auch Eugen und Kirby die das gleiche Ziel verfolgten und so beschlossen wir den Berg gemeinsam zu erklimmen.


Am 2.12. brachen wir Richtung Snowy Mountains auf und kamen nach anderthalb Stunden Fahrt auch am Fuße an. Der Nachmittag wurde mit einer leichten 6 km Wanderung gefüllt.

Unser Nachtlager schlugen wir auf ca. 1400 m Höhe auf, doch trotz Lagerfeuer war es doch ziemlich kalt.

Am 3.12. 6.00 Uhr klingelte der Wecker und wir durften aus unseren warmen Schlafsäcken hinaus in die Kälte!

Pünktlich 8.00 Uhr konnte unsere Tour beginnen. Wir entschieden uns für eine Rundwanderung. Der Hinweg führt stetig, leicht ansteigend, über 9 km direkt auf den 2228 m hohen Gipfel. Dieser Weg ist sogar mit dem Auto befahrbar und deshalb schämte ich mich fast, dass wir diesen gewählt hatten. Auf dem Gipfel war ein sehr starker Wind und die gefühlte Temp. lag bei ca. 2-3 °C. Der Rückweg sollte dafür ein schon eher alpines Gefühl aufkommen lassen. Er führte fast unentwegt über die Bergkämme und Schneefelder. Hier war es natürlich sehr windig und kalt und ich hätte mir eine dicke Mütze und Handschuhe gewünscht. Aber wer rechnet denn mit so was in Australien!!! Nach 23 km sind wir dann wieder glücklich an unserem Auto angekommen.


Noch am Abend sind wir ca. 120 km durch die kompletten australischen Alpen gefahren. Die Straße ist für australische Verhältnisse sehr, sehr schmal und kurvig und führt ständig bergab und bergauf!

Jedoch konnten wir bei dieser Fahrt auch einen kleinen Einblick bekommen was im Winter hier los ist, denn überall gab es Ski- und Liftanlagen die natürlich jetzt nicht in Betrieb waren.


Halb Neun Abends sind wir dann am Campingplatz angekommen, haben noch schnell was gegessen und sind dann sofort ins Bett. Es war ja auch ein anstrengender Tag.


So, das war es bis hier her, aber es folgt hoffentlich bald schon mehr!



Viele Grüße von eurem Steffen